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Dienstag, 26. Januar 2010

Der ganz normale Wahnsinn

Vor einigen Monaten hatte ich an dieser Stelle zu einigen lustigen Aktivitäten des neuen, uns nachfolgenden Jahrganges aufgefordert. Wie man der halbjährigen Ferien-Benachrichtigung des Foreign Student Office der Tsinghua entnehmen kann, scheinen diese Aufforderungen auf allzu fruchtbaren Boden getroffen zu sein. Hier ein paar Auszüge:

  • In January 2010, a student of our university use an electric heating equipment which is forbidden in the dormitory. A piece of clothes caught fire because of the heating and triggered the smoke detector in the room for a fire alarm. The fire was suppressed by the servants alerted soon.

  • In January 2010, a drunken student of our university hit a taxi driver and was taken for investigation. A compensation of 1500 RMB yuan is imposed for his misbehaviour

  • In September 2009, the police clamped down a religious activity illegally carried out by a foreign society and exported the responsible organizer. Some students of our university were involved and recorded. FSAO reprimand them seriously, reaffirmed the related laws to them and this case was put into their record.

  • In November 2009, a foreign student of our university hit a pedestrian with an electrical bicyles and badly injured the person in the arm. The compensation for the medical treatment has rised to tens of thousands yuan. The injured is still waiting for the following surgery operations.

Dienstag, 12. Januar 2010

Studieren in China

Da hier in letzter Zeit so wenig veröffentlicht wurde, hier mal etwas für die ganz fleißigen Leser: Ein Artikel über das Jahr in China für das Jahrbuch meines Gymnasiums, mit Fokus auf das Schul- und Studentenleben vor Ort.

Studium im Reich der Mitte - Ein Jahr an der Tsinghua University in Peking
Jörn H. (KvG Abi 2004) und Imke R. (KvG Abi 2010)

Knapp 10 Mio. chinesische Studenten versuchen jährlich, einen Platz an der Tsinghua University in Peking zu bekommen. Dabei gibt es bis zu 10.000 Bewerber auf einen Studienplatz. Keine Frage, hier studiert die akademische Elite Chinas. Sie ist der Traum, für den chinesische Schüler ihre Jugend hergeben - und sie ist die Kaderschmiede der kommunistischen Partei. Gegründet von den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts, um chinesische Studenten auf das Studium in den Vereinigten Staaten vorzubereiten, trifft man hier heute auf Studenten aus den USA, die sich durch ein Studium in China bessere Berufschancen ausrechnen - und auf die chinesischen Studenten von früher, die sich nach Aufenthalten in Stanford, Harvard, o.ä. als heimgekehrte und hochbezahlte Professoren verdingen. Die Fakultät für Maschinenbau der RWTH Aachen bietet ihren Studenten an, für zwei Semester an der Tsinghua im Rahmen eines Doppeldiplom-Programmes zu studieren. Für Jörn H. bedeutete die Teilnahme an diesem Programm deutsch-chinesischen Austausches das bei weitem einprägsamste Jahr seines Studiums. Angeleitet von Fragen der Schülerin Imke R. erzählt ihr ehemaliger KSJ-Leiter über nächtliches Lernen bei McDonalds, den Erlkönig, 9 Millionen Fahrräder, das „Number 1 King Country of Engineering“ und die chinesische Version des Passierscheines A38. Und warum man in China eigentlich gar keine Hunde isst.

Aachen, Dezember 2007. Mein Schreibtisch liegt voll mit Zeugnissen, Gutachten von Professoren, Bluttests und einem großen Röntgenbild meines Oberköpers: meine Unterlagen für die Bewerbung für das Austauschprogramm der RWTH mit der Tsinghua in Peking sind, nach nun bereits 4 Monaten Vorbereitung, endlich vollständig. Schnell war mir bei der Vorbereitung klar geworden: im Gegenzug für eine Vielfalt an Möglichkeiten für Studienort und finanzielle Unterstützung muss man an einer „Massen-Uni“ wie in Aachen bei der Organisation eines Auslandsaufenthaltes eine gehörige Portion Organisationstalent und Eigeninitiative mitbringen. Die Frage, warum ich nach China möchte, habe ich in der Zeit zwar mehrere Dutzend Male gehört und beantwortet. „Großes Interesse an aktuellen Entwicklungen sowie Kultur, Sprache und Geschichte; die Chance zur beruflichen Orientierung und ein fachlich hochinteressantes Programm“ waren die Gründe die ich dabei meistens genannt habe. Ich glaube aber, dass, obwohl ich damals auch von selbigen überzeugt war, im Nachhinein eine „extreme, reflektierte Neugier“ auf ein Leben in China ausschlaggebend war.

Von Die ersten Tage an der Tsinghua

Blick von unserem Wohnheim auf den nördlichen Teil des Campus der Tsinghua University in Peking

Peking, September 2008. Die 60-minütige Fahrt vom Flughafen auf vielspurigen Straßen durch ein Meer aus Hochhäusern und Beton vermittelte einen ersten Eindruck der Stadt. Relativ schnell hatte sich sämtliche Morgenlandromantik verflüchtigt: China ist auf dem Weg zur Industrienation - dabei wird wenig Rücksicht auf alte Bausubstanz genommen. Auch die meisten der 9 Millionen Fahrräder und die kleinen Gässchen, die von Katie Melua noch nett besungen wurden, schienen verschwunden; sie haben breiten Highways, unzähligen gelben Taxis und Luxuslimousinen Platz gemacht. Nachdem wir die uniformierten Wachen am Tor der Uni passiert haben, eröffnet sich das, was mir für immer als seltsam schöne Oase im „menschlichen Wespennest“ Peking in Erinnerung bleiben wird: auf einer Fläche von ca. 4 km² (ca. die des Zentrums meiner Studienstadt Aachen) erstreckt sich ein imposanter Campus, der 50.000 Menschen beherbergt und dessen Infrastruktur dafür sorgt, dass er von diesen auch nur sehr selten verlassen werden muss. Die (überdimensionierten) staatlichen Investitionen haben hier eine Lernumgebung geschaffen die, nicht zuletzt dank ihren Olympia-geprüften Sportstätten, seinesgleichen sucht: es gibt alles, was ein Student benötigt, vom Schuhmacher über ca. 40 Mensen bis hin zum Computer-Lab: eigentlich dass, was wir uns als geplagte Aachener Studenten immer erträumt hatten, nachdem unsere Vorstellungen vom Studium (geprägt von amerikanischen Klischee-Uni-Filmen) schon am ersten Tag an der RWTH entzaubert worden waren. Dort erfuhr ich schließlich auch, wo die ganzen Drahtesel gelandet waren, als ich eines Morgens auf dem Weg zur Vorlesung 5 Minuten auf einer normal breiten Straße im Fahrradstau (mit sicher über tausend Leidensgenossen) stand – da kamen Heimaterinnerungen an Münster auf.

„Ich arbeite nebenbei 4 Tage die Woche für VW in Peking, um nach der Uni bessere Chancen zu haben, in der Nähe meiner Heimat Shanghai einen Job zu finden. Aber bitte sag Prof. Zhang nichts davon, er hat mir nur 3 Tage erlaubt“ (Cui Fei, 22, Masterstudentin)

Mit der chinesischen Kultur und der Sprache kam ich überraschend schnell klar. Zwar hatte ich in Deutschland an der Uni einen Kurs in Mandarin belegt, doch als ich ankam, war außer „Hallo“ und „Danke“ nicht viel übrig geblieben. In einer Privatschule in der Nähe der Uni konzentrierte ich mich mit einem anderen deutschen Studenten rein auf die Sprache und vernachlässigte die Schrift – die brauchte ich in der Uni zum Glück nicht, da die Inhalte dort auf Englisch gelehrt wurden. Auch der Umgang mit Studenten und Professoren war erstaunlich leicht. Das Verhältnis war ungemein herzlich und kollegial: einen Professor kann man auch Samstagnacht noch anrufen und befragen – im Gegenzug erwartet er aber auch, dass man manchmal um 7 Uhr bei ihm im Büro steht. Der Vorlesungsstoff war ähnlich dem in Aachen, die Klausuren aber leichter – dafür musste mehr unter dem Semester getan werden. Insgesamt eine Arbeitsatmosphäre, die mir sehr gefiel.

Von Fussball an der Tsinghua
Der Sport verbindet: Im Kreise der Fussballmannschaft des Department of Automotive Engineering.

Jedoch merken wir schnell, dass 1.) Privatsphäre in einem kommunistisch geprägten Land einen anderen Stellenwert besitzt 2.) hier ein anderer Wind weht als in Aachen, und 3.) wir Ausländer einen Sonderstatus bekommen, der uns das komplette Jahr begleitete. Während wir in Einzelzimmern mit Fernseher wohnten, schliefen die chinesischen Studenten nebenan im Vierer-Zimmer ohne eigenes Bad, in dem um 9 Uhr das warme Wasser und um 23 Uhr der Strom abgedreht wird; während wir maximal 6 Vorlesungen im Semester besuchen mussten, waren es bei den Chinesen bis zu 12. Das sorgte dafür, dass sie sich noch abends, nach einem Tag in der Bibliothek, ihre Bücher unter den Arm nahmen und sich bei McDonalds ins matte Neonlicht setzten um weiter bis in die frühen Morgenstunden zu lernen. Auch von einem freien Internetzugang wagte man hier nicht zu träumen. Doch soll der chinesische Student dagegen protestieren, wo er doch seit seiner Einschulung im Durchschnitt 10 Stunden am Tag gelernt hat um es hierhin zu schaffen? Seine Verwandtschaft hat für die Studiengebühren wahrscheinlich sparen und zusammenlegen müssen. Obwohl sie schon zu den Auserwählten aus einem Milliardenvolk gehören, spürt man den enormen Leistungsdruck. Ernst gemeinte Interessen und Hobbies findet man eher selten. „Ich arbeite nebenbei 4 Tage die Woche für VW in Peking, um nach der Uni bessere Chancen zu haben, in der Nähe meiner Heimat Shanghai einen Job zu finden. Aber bitte sag Prof. Zhang nichts davon, er hat mir nur 3 Tage erlaubt“, gesteht mir meine Forschungsgruppen-Kollegin Weiwei (22). Die Studenten nehmen an jeder noch so sinnfreien Freiwilligen-Arbeit-Aktion teil und machen wie Weiwei freiwillige, unbezahlte Praktika während des Semesters, um sich weiter für die Jobsuche zu profilieren.

„Die Eltern haben mir in den Jahren der Oberstufe sogar das Essen und die mit Zahnpasta bestrichene Zahnbürste an den Schreibtisch gebracht, damit keine Lernzeit vergeudet wird“ (Gao Fan, 23)

Die Gründe für die Probleme, die selbst Absolventen der Top-Unis in China erwarten, sind vielfältig. Noch immer basiert der Großteil der chinesischen Wirtschaft auf arbeits- statt bildungsintensiver Jobs. Dazu kommt, dass es in China nach wie vor wichtiger ist wen man/der Vater kennt, als was man persönlich im Leben geleistet hat. Der massive Wirtschaftsaufschwung hat in den letzten Jahrzehnten zwar viel Geld ins Land gebracht, doch, so ist zumindest meine Erfahrung im Ingenieursbereich, brauchen die Investitionen in das Bildungssystem noch mindestens eine Generation, um (zumindest punktuell) eine Ausbildung nach unserem Standard zu gewährleisten. All dies mündet in einer Situation, in der die Studenten ungeheuer fleißig sein müssen, um Erfolg zu haben. Da nun aber in China seit den achtziger Jahren die „Ein-Kind-Politik“ herrscht, d.h. dass nur unter enormen Strafzahlungen ein weiteres Kind erlaubt wird, und zugleich kein „Generationenvertrag“, d.h. kein vernünftiges System für die Altersversorgung, existiert, üben die Eltern einen wahnsinnigen Druck auf die Kinder aus. Denn schließlich sind diese später dafür zuständig, die Eltern und Großeltern zu versorgen. Mir haben Kommilitonen berichtet, dass Ihnen die Eltern in den Jahren der Oberstufe sogar das Essen und die mit Zahnpasta bestrichene Zahnbürste an den Schreibtisch brachten, damit keine Lernzeit vergeudet wird. Das ganze erlebt seinen Höhepunkt in der Gaokao, der zentralen Prüfung der Hochschulreife, die jährlich im Juli stattfindet und an der 2009 ca. 10 Mio. Studenten teilgenommen haben. Die erreichte Punktzahl entscheidet über die Uni, die besucht werden darf. Wenn eine der guten Unis rausspringt (die Tsinghua ist neben der Beijing University die mit der höchsten „Einstiegspunktzahl“), ist es den Studenten mehr oder weniger egal, wie der Studiengang heißt. So hatte ich nicht wenige Kommilitonen im Masterstudiengang „Automotive Engineering“, die kein Auto fahren durften, geschweige denn jemals eines von innen gesehen hatten.

Während ich dies schreibe, liegt neben mir ein Artikel einer chinesischen Zeitung, in der über die erschreckende Anzahl von Selbstmorden im Alter der Grund- und Mittelschule berichtet wird. Anlass ist der Tod eines 11-jährigen, der sich erhängte, aus Angst vor Konsequenzen für sein Schwänzen von zwei Tagen Schule. Auch an der Tsinghua stürtzte sich während unserer Anwesenheit eine Studentin von einem Lehrgebäude. Die Tragödie blieb jedoch im Unterricht erschreckenderweise unerwähnt und ging dadurch mehr oder weniger unter. Eine solche Jugend bzw. Art und Weise des Lernens ist uns (zum Glück) völlig fremd. Die Schulzeit wird von vielen als „entspannteste Zeit des Lebens“ gerühmt, und nicht wenigen gelingt es durch bewusste Studienplatzwahl eine fachliche und soziale Umgebung zu finden, in der man aufgehen und sich entfalten kann, ohne dabei Existenzängste zu empfinden, wenn etwas mal nicht läuft. Die Rahmenbedingungen dafür sind, neben den wirtschaftlichen Leistungen der Generationen vor uns, unser üppiges Sozial- und ein gutes Bildungssystem, das auf selbstständige Problemlösung, unbeschränktes Denken und selbstständige Gestaltung der Freizeit ausgerichtet ist. Der chinesische Ansatz ist (seit Jahrhunderten) dagegen autoritär und legt großen Wert auf repetitives Lernen, d.h. das Auswendiglernen von wenig hinterfragten Inhalten. In dem Land, dass Kalligraphie (die Entwicklung eines ausdrucksstarken Schreibstils) als höchste Kunst- und Bildungsform ansieht, findet man nicht nur in der Staatsräson, sondern auch in vielen Alltagssituationen eine völlig andere Weltanschauung bezüglich der Wertschätzung von neuen, kreativen Gedanken – eine Tatsache, die mit den Bildungstraditionen eng verknüpft und darin verwurzelt ist. Das Ergebnis muss man sicherlich differenziert betrachten: während jeder chinesische Kommilitone im Aufsagen von Daten, Liedern, Gedichten in mir völlig unvorstellbare Dimensionen vordringt (sogar Goethes Erlkönig ist mir (ohne Deutschkenntnisse!) aufgesagt worden), ist bei neu formulierten Problemen relativ schnell Schluss. So bekam ich nach einer Klausur im Fach Verbrennungsmotoren eine SMS mit den Worten „Now I know, why Germany is the number 1 king country of engineering“ – alle deutschen Studenten hatten den Saal nach ca. 3/4 der Zeit verlassen, während kein einziger chinesischer Student überhaupt fertig wurde.
“Now I know, why Germany is the Number 1 King Country of Engineering” (Weiwei, 23, nach einer Klausur per SMS)
Die Eindrücke aus dem Alltag an der Uni waren sehr interessant und gaben mir diverse Anreize, über diese Gesellschaft, die sich derzeit im totalen (wirtschaftlichen wie sozialen) Umbruch befindet, nachzudenken. Da die Uni uns großzügige Ferien gab (für Studenten der RWTH ein völlig neues Gefühl), hatten wir auch die einzigartige Gelegenheit, China auch abseits der Großstädte und Touristenattraktionen kennenzulernen. In einer Gruppe mit 3 Kommilitonen haben wir in dem gigantisch großen und vielfältigen Land ca. 24.000 km mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt und dabei gerade in den ärmeren Regionen, trotz allen Elends, in Zentralchina eine Herzlichkeit erfahren, die mir in dieser Form vorher unbekannt war.

Dazu kommt, so homogen China kulturell ist, eine unglaublich vielfältige Natur: der Himalaya, die Wüste Gobi, die mongolischen Graslandschaften im Norden und der tropische Süden. Dazwischen kanadisch anmutende Regionen in Sichuan und der klimatisch fast europäische anmutende Osten. Große Teile dieser Regionen sind schon seit tausenden von Jahren chinesisch, was sich an manchen Stellen noch hautnah spüren lässt: der Taikonaut Yang Liwei, erster Chinese im All, musste zwar letztes Jahr zugeben, dass man die chinesische Mauer nicht von „da oben“ sehen kann. Sie ist dennoch ein absolut einzigartiges Bauwerk und in manchen Gegenden noch touristisch unerschlossen und zugleich gut erhalten. Da Zelten dort erlaubt ist, haben wir diverse Nächte am Lagerfeuer auf Türmen in atemberaubender Landschaft verbringen dürfen - ohne Zweifel das Highlight aller Reisen.

Peking, Juli 2009. Wehmütig sitze ich mit ein paar Kommilitonen bei einem Spieß gegrillte Käfer und einer Flasche Tsingtao zusammen. Wie alle aufregenden Dinge ging das Jahr schneller rum als erwartet. Die letzten Monate vor Ort habe ich hauptsächlich im Labor mit meiner Forschungsarbeit verbracht, und in diversen Ämtern und Einrichtungen der Uni, um mir rote Stempel auf irgendwelche Dokumente geben zu lassen. Nicht selten fühlte ich mich wie Asterix, der im Haus der Verrückten bei der Suche nach dem Passierschein A38 verzweifelte – ich werde mich nie wieder über Bürokratie in Deutschland beschweren. So blieb am Ende viel zu wenig Zeit um all das zu tun, was man sich noch vorgenommen hatte. Hier noch hinfahren, das noch kaufen, ein letztes Mal dort essen gehen. Wenn ich darüber nachdenke, habe ich vieles davon nicht mehr geschafft. U.a. wollte ich eigentlich immer schon mal Hund probieren – das ist in China aber gar nicht so leicht, wie man denken mag. Gerichte dieser Art findet man „lediglich“ in der Region um Hongkong. In jedem Fall genug Grund, um wiederzukommen - was ich im März 2010 für ein Praktikum tun werde.

Von Jinshanling - Simatai

Die chinesische Mauer in der Provinz Hebei.

Das Zepter des KvG an der Tsinghua konnte ich mitsamt meines Hausrates an David Hemkemeyer (KvG Abitur 2005) übergeben, der in diesem Jahr dort zum Studium gastiert. Eine Entscheidung, zu der ich ihm riet und, generell auf ein Auslandssemester bezogen, jedem raten möchte. Der organisatorische (und unter Umständen finanzielle) Mehraufwand wird mit dem Erlebten sicher um ein Vielfaches aufgewogen.

Freitag, 4. Dezember 2009

Sondermeldung


Zwar etwas später als erwartet, aber dennoch:

Letzte Woche war es endlich so weit. Lange hatte ich diesen Moment herbeigesehnt, hatte manipuliert, Pläne geschmiedet, Ereignisse darauf hin gelenkt und mich aktiv beteiligt. Doch nichts ist geschehen. Und dann, völlig unerwartet passierte es letztlich.

Leicht angetrunken machten Flo, Aifung und ich uns auf zum 24/7 Markt, um Lebensmittel für den nächsten Mauertrip zu besorgen. Und während wir da stehen und über chinesische Bierqualität diskutieren, passierte es plötzlich, heimlich und nahezu lautlos.

Hinter uns, aus dem Regal, ist ein Sack Reis umgekippt.

Dazu die Nachricht aus der China Daily

Datum: Sam 21, Nov 2009 16:49


In der chinesischen Stadt Luzhou in der Provinz Sichuan ist am Donnerstag ein Sack Reis umgefallen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Parteikreise berichtete, neigte sich das 20-Kilo-Gebinde zunächst fast unmerklich, um dann plump umzukippen. Gefahr für die Bevölkerung bestand nach offiziellen Angaben zu keiner Zeit. “Wir haben schon lange mit einer solchen Situation gerechnet und waren daher auf alles vorbereitet”, sagte der Vize-Direktor der Lebensmittelbehörde, Sheng Fui. Zeugen berichteten von einem fast geräuschlosen Ereignis.


Quelle: China Daily, 21. November 2009


Dienstag, 10. November 2009

Beijing blanketed in Smog

Was man auch als chaotisches Schneetreiben in Pekings Innenstadt itnerpretieren könnte, hat leider wenig mit den vielen schönen weißen Schneeflocken gemeinsam, die heute Nacht während eines apokalytiscschen infernalischem Sturm auf die Stadt niederschneiten. Keine dichten Wolken verhindern die Sicht auf die nicht allzu weit entfernten Gebäuder des CBD (Central Business District), sondern Smog.

Smog. Das ist so ein Wort, das man schnell als unangenehme und ungeseunde Nebenerscheinung zu schnell wachsender industrialisierender Großstädte in Asien und Südamerika abhakt. Eine richtige Vorstellung, wie "Smog" aussieht, riecht, schmeckt und wie Smog unangenehmes Kratzen im Hals verursacht, haben die Wenigsten. Und das ist auch gut so! Nach mittlerweile 14 Monaten in Chinas Hauptstadt weiß ich nur zu gut, was Smog eigentlich bedeutet.

Besonders während der letzten Tage war die Belastung durch schlechte Luft enorm. In der Nacht vom 1. auf den 2. November wurden die Heizkraftwerke der Stadt angeschmissen, um 16. Mio. Bürger mit Wärme zu versorgen. Resultat der Aktion war ein API von knapp 500 am Morgen um 01:00 Uhr des 2. November. Der API/AQI (Air Pollution/Quality Index) ist ein Maß für die Luftverschmutzung und wird für China in folgenden Bereichen klassifiziert:


Air Pollution
Level
Health Implications
0 - 50 Excellent No health implications
51 -100 Good No health implications
101-150 Slightly Polluted Slight irrations may occur, individuals with breathing or heart problems should reduce outdoor exercise.
151-200 Lightly Polluted Slight irrations may occur, individuals with breathing or heart problems should reduce outdoor exercise.
201-250 Moderately Polluted Healthy people will be noticeably affected. People with breathing or heart problems will experience reduced endurance in activities. These individuals and elders should remain indoors and restrict activities.
251-300 Heavily Polluted Healthy people will be noticeably affected. People with breathing or heart problems will experience reduced endurance in activities. These individuals and elders should remain indoors and restrict activities.
300+ Severely Polluted Healthy people will experience reduced endurance in activities. There may be strong irritations and symptoms and may trigger other illnesses. Elders and the sick should remain indoors and avoid exercise. Healthy individuals should avoid out door activities.


Für Peking ist er zu jeder Tageszeit unter http://twitter.com/BeijingAir zu verfolgen.

Ein Amerikanischer Bürger hat die Luftverschmutzung der letzten Tage ordentlich dokumentiert:




Ein Bild der NASA ist mindestens genauso beeindruckend:

Der ganze Artikel:

http://chinadigitaltimes.net/2009/11/photos-beijing-blanketed-in-smog/

Sonntag, 8. November 2009

Homage an den RWTH/Tsinghua Jahrgang '08/'09

Sonntag: Was tun?

Tsinghua, Gebäude #21, Erdgeschoss irgendwann zwischen Montag und Sonntag, 00:00 - 24:00 Uhr. Irgendein Deutscher schiebt verzweifelt zerknitterte 5 RMB Scheine, die er gerade noch in der Hosentasche vom letzten Abend gefunden hat, in den grauen gelangweilt drein blickenden Geldschlitz der Getränkemaschine - wohl behütet von den paar Fuwuyuans, die gerade Schichtdienst an der Rezeption haben. Zwei mal drücken, zwei mal ein dumpfes Aufprallen und es ist geschehen: Schon wieder wurden aus der Maschine zwei Dosen gekühltes Yanjing Bier entwendet, um wahrscheinlich in den nächsten 0,5 - 60 Minuten von einem namenlosen Deutschen verzehrt zu werden.

Vorstellbares Szenario: Aus dem zerknitterten 5 RMB Schein werden 30 RMB und irgendein Deutscher verbringt mehrere Minuten vor der liebevoll "Pijiuji" getauften Maschine (Beer-machine), um die durstige Truppe der RWTH-Aachen/Tsinghua University Austauschstudenten vor dem Gebäude mit frischen Getränken zu versorgen. In 50% aller Fälle begibt sich eben genau diese Truppe innerhalb der nächsten 30 Minuten zu den Pforten des "dongbeimener" (North East Gate) um einen Platz im Taxi zu ergattern. Ziel: Sanlitun.

Sanlitun, eine vereinzelte, von Renovierungsmaßnahmen in der unmittelbaren Umgebung verschonte Barmeile im Herzen des Chaoyang Districts, an dem sich an scheinbar jedem Wochentag eine internationale Vielfalt von Gästen und Gestalten trifft, um die umliegenden mehr oder minder guten Bars, Kneipen, Restaurants, Clubs, Cafes, DVD-Läden... zu besuchen. Über die Qualität dieser Läden darf man streiten. Von Clubs mit luxeriösem und teurem Interieur bis hin zu ranzigen Hintergassenbuden, an denen ein gepanschtes Glas Gin-Tonic für 10 RMB zu haben ist, ist alles zu haben. Wenn es dort nicht gefällt, befindet sich die restliche Nachtszene Beijings in unmittelbarer Taxi-10-Minuten Umgebung.

Der Stadtregierung ist dieser Ort des teils unanständigem und ungezügeltem Vergnügens, mit billigem Bier, rumpöbelden Besuchern und verschmutzen Straßen ein Dorn im Auge, wurde die unmittelbare Umgebung doch kürzlich vollständig renoviert, mit Einkaufszentren, teuren Marken-Läden und der ein oder anderen Starbucks Zentrale. Würden dort nicht täglich 1000 Menschen verschiedener Herkunft ein und auskehren und eine sicherlich beachtliche Stange Geld lassen, hätte diese Straße schon für Schneider, Kinos und Nobel-Restaurants weichen müssen - die das moderne und wohlhabene Pekinger Stadtbild erzeugen sollen, von dem man hier träumt.

Unbestritten ist die Tatsache, dass unser Jahrgang, genau wie der vorherige und der jetzige (ich habe verlässliche Informationen), nicht nur einmal wöchentlich mit dem Taxi von der Pijiuji am Gebäude #21 bis nach Sanlitun gefahren ist, um dort einen ausgelassenen Abend in der Umgebung zu verbringen. Genauso wichtig wie die gekühlte Dose Bier in der Hand während der Taxifahrt, dürfte auch der ein oder andere wohlverdiente Fleisch-Spieß sein, den so ziemlich jeder regelmaßig nach AnkDer unft in Sanlitun verdrückt hat. Aus einem deutschen Stamm-Kiosk wurde schnell die "Spießchenfrau", die uns irgendwann verlässlich mit lächelndem Gesicht und Handschlag begrüßt hat. Nach getaner Arbeit durfte der weitere Abend dann eingelteitet werden - wohin es auch immer gehen sollte. Wer später noch Sehnsucht hatte, den konnte man auch drei Stunden später beim Übergang in die nächste Lokalität wieder bei der Spießefrau begrüßen.

Wie üblich ereignete es sich auch letzten Freitag im Telefonat mit Flo, der bei der Betreuung deutscher Gäste irgendwo verloren gegangen war:

Wo bist Du?

Sanlitun

WO?

SANLITUN!

Wo genau?

SHOOTERS!

Komm mal raus.

[...]

Wo treffen?

SPIEßEFRAU!


Kaum wurde aus Studium Arbeit und aus dem Wohnheim auf dem Campus eine Yuppiebude im Osten der Stadt, verlaufen wir uns nicht mehr so oft nach Wudaokou. Da gibts schießlich nic... nicht so viel, wie in Chaoyang zu sehen. Schöne (und weniger schöne) Erinnerungen brachten die Idee, diesen Spießelauf von Wudaokou nach Sanlitun doch mal zu wiederholen. Ist die Zeit unter der Woche immer etwas knapp, schien der heutige Sonntag perfekt geeignet und Florian, Alice und ich machten uns auf den Weg, die altbekannte Route mal auf eine andere Art und Weise zu bestreiten.



Die Teilnehmerquote ließ leider zu wünschen übrig, dabei hatten wir doch rasende Reporter und jubelnde Fans auf dem Rad dabei (danke an Flo und Alice!). Ich hoffe, beim nächsten Event auf etwas mehr geteilte Begeisterung zu stoßen. Diese Art der Fortbeweung hat noch einen ganz anderen Vorteil: Man sieht mal wieder richtig was von Peking! Besonders die West-ost Strecke, vom Zoo bis zum Workersstadium ist wunderschön und belebt.

Das Vorhaben sollte sich nicht so einfach gestalten, wie angenommen. Bei Ankunft um 4 Uhr heute Nachmittag der erste Schock:

Die roten Kreuze markieren den Schatz

Nicht nur wurde die dritte Reihe Yanjing Bier aus dem Automaten entfernt, die restlichen Vorräte waren aufgebraucht (Danke an den Jahrgang '09/'10). Aber wir sind ja in China. Ein kurzer Anruf der Fuwuyuans ans benachbarte Gebäude #22 brachte die Lösung. Dort war der Automat noch voll bestückt. Um XX ging es dann los auf die zweistündige Reise in den Osten.

der erste RWTH-Aachen/Tsinghua-Univestiy Yanjing Pijiuji Sanlitun Yangrou Chuaner 1/2 Marathon kann beginnen

Die Teilnehmerzahl ließ zu wünschen übrig

Gut gelaunt in Sanlitun angekommen, ereilte uns der nächste Schock: Es war noch zu früh - kein Spießeverkäufer weit und breit. Auch die Frau unseres Vertrauens hat sich eine gehörige Portion Enttäuschung verdient. Enttäuscht kehrten wir in Lugas Villa ein, um die Reise mit einem wohlverdienten Glas Yanjing Zhapi zu feiern. Den Spieß sollte es leider erst wieder unserer Rückkehr nach Hause geben. Danke an Flo, den ich bei Ankunft Zuhause mit köstlich dampfenden Lamm-Fleisch-Spießen vom Xinjiang Grill unseres Vertrauens im Wohnzimmer antraf.


Genug Zeit hatte ich ja, um über die verschiedenen abendlichen Ausflüge nach Sanlitun nachzudenken und mich an viele kleine Geschichten zu erinnern, die sich im letzten Jahr so angehäuft hatten. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass diese Reisen immer nur genauso witzig war, wie die Leute mit denen man sich auf den Weg gemacht hat - und die waren einfach super. Vielen Dank an eine klasse Austauschjahr mit vielen guten und verdammt witzigen Erfahrungen und Erlebnissen, nicht nur in und um Sanlitun. Dank für die ausdauernste Partycrew geht an dieser Stelle ganz klar an die Automitives - Jia you in Deutschland.

Traum!

Auch für uns ist die Reise bald vorbei, am 18.12. geht es wieder zurück nach Deutschland...

Mittwoch, 28. Oktober 2009

The Great Fire Wall of China

Dass Facebook in China z.Zt. gesperrt ist haben sicherlich schon die meißten mitbekommen. Dass es aber dennoch möglich ist über VPN Clients und andere Proxy Verbindungen auch von hier aus auf FB zuzugreifen entkräftigt die Aktion ungemein – dachte ich, bis ich heute ein paar interessante Zahlen gelesen habe:

Many FB users found proxies and other methods of connecting to FB, and many others stood by, hoping the Web site would be unblocked quickly (no luck yet). Meanwhile, according to Inside FB, the Web site’s latest statistics showed only 14,000 active users in China as of the beginning of October, down from a million in July.

Ein “Handgriff” und aus 1.000.000 aktiven Benutzern wurden 14.000 in 3 Monaten.

Ich zähle mich selbst übrigens auch zu den „Opfern“. Opfer sowohl aus Sicht der Facebook-Nutzung und der Facebook-Sperre. Ich bin schlichtweg zu faul mich jedes mal, nur um auf FB zugreifen zu können, per VPN eizuwählen. In den letzten 2 Monaten habe ich die Platform glaube ich gerade 3 mal benutzt. Wie es Nutzern ergehen mag, die sich generell nicht so gerne mit der Lösung IT-spezifischer technischer Lösungen auseinander zu setzen, kann man sich dann vielleicht etwas besser ausmalen.

Chinese Netizens, Chinesische Webnutzer, bezeichnen die weitreichende Netzzäsur ihrere Regierung übrigens gerne als „The Great Fire Wall of China“ – Bilder dazu kursieren mittlerweile zu Hauf im Internet.

Sonntag, 25. Oktober 2009

1 Jahr China - um die halbe Welt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Ich habe mal in einer ruhigen Minute ausgerechnet, was wir im letzten Jahr so an Kilometern "gemacht" haben. Hier das Ergebnis:

Beijing - Xi'an 1091 km, Xi'an - Zhengzhou 478, Changsha - Zhangjiajie 321, Huaihua - Guiyang, 454, Guiyang - Kunming 567, Nanjing - Shanghai 305, Xi'an - Pingyao 510, Pingyao - Beijing 589, Beijng - Tianjin 136, Xi'an - Beijing 1091

Macht in Summe 5542 km per Zug,

2 x Xi'an - Hua Shan 540, Zhengzhou - Guoliangcun 255, Guoliangcun - Kaifeng 273, Kaifeng - Zhengzhou 81, Zhengzhou - Beijing 698, Beijing - Jiankou 122.2, Beijing - Yunmengshan 122.2, Chengdu - Leshan 142, Leshan -Emeishan 29, Emeishan - Luzhou 304, Luzhou - Chengdu 278, Chengdu - Jiuzhaigou 493, Zhangjiajie - Huaihua 295, Kunming - Jinghong 550, Dali - Lijiang 186, Lijiang - Shangrila 174, Shangrila - Kunming 622, Guilin - Yangshuo 130, Huangshan - Nanjing 361.

5655.4 km per Bus,

Beijing - Chengdu 1808, Chengdu - Jiuzhaigou 493, Chengdu - Changsha 1502, Jinghong - Dali 861, Kuiming - Guilin 1218, Guilin - Beijing 1997, Beijing - Huangshan 1346,
Beijing - Guangzhou 2180, Kunming - Xi'an 1575

und schließlich 12980 km per Flugzeug.

Von Zugfahren


Das ist die Bilanz der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel innerhalb von China. Wenn man überlegt, dass Zug wohl in China das Umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel ist, eigentlich eine traurige Statistik. Die Gründe sind vielfältig. Man hat kaum vernünftige Fahrplaninfos (wobei Google das wohl ändert), muss die Tickets mühsam am Schalter in bestimmten Fristen erstehen (wobei seat61.com das erleichtert), und die Verbindungen sind in der Regel ausgebucht, überfüllt und nicht gerade schnell. Zu allem Überfluss ist das Schienennetz auch durchaus überschaubar. Man hat das Problem wohl erkannt - so schreibt zumindest newsweek.com:

For decades, rail travel in China meant an arduous overnighter in a crowded East German–designed train, riding along a rickety old track. Now China is undergoing a rail revolution. Over the next three years, the government will pour some $300 billion into its railways, expanding its network by 20,000 kilometers, including 13,000 kilometers of track designed for high-speed trains capable of traveling up to 350kph. Result: China, a nation long defined by the vastness of its geography, is getting, much, much smaller.

Already, the journey from Beijing to Taiyuan, the capital of Shanxi province, has been slashed from eight hours to three. Shortly before the Olympics last year, the 120km trip from Beijing to Tianjin was cut from almost an hour to just 27 minutes. In the next few years, a train journey from Wuhan to Guangzhou, halfway across the country, will shrink from 10 to three hours. The trip from Shanghai to Beijing, which currently clocks in at 10 grueling hours—and twice that, not so long ago—will be cut to just four, making train travel between China’s two most important cities a viable competitor to air for the first time. Similarly, a trip from the capital to the southern manufacturing powerhouse of Guangzhou—more or less the entire length of the nation—will take just eight hours, compared with 20 before and more than a day and a half by bus.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Today's alarming statistics

Es lebe Googlemail: Ueber das Jahr haben sich so einige Newsletter der Webseite beijinger.com in meinem Postfach angesammelt. Hier ein paar interessante Beitraege zur woechentlich erscheinenden "alarmierenden Statistik" (ich korrigiere: 1 Euro sind ca. 10 RMB):

34 billion
The amount in RMB that the city government plans to spend on tranportation over the next 5 years

113
Minutes it took a reporter to do a lap of the Second Ring Road on the number 800 bus during the first morning peak hour after Olympic traffic restrictions were lifted

230,000
Number of people in Beijing living on less than RMB 390 a month

10
Perecentage of Beijing's primary and high school students with good eyesight

605
The number of drivers that have been finded for breaking the new traffic regulations in Chaoyang district since the ban took effect on Oct 11 (geschrieben am 07.11.)

46.5
The percentage of Beijing's 90,000 sex workers that use condoms

24,000,000
Estimated unemployed population of 2009 in China

65,970
Number of vehicles registered in Beijing in the first 45 days of the year (geschrieben am 19.02.)

64
Number of applications for The Best Job in the World that originated from Beijing

37,500
The number of "dangerous items" that have been siezed at Beijing's subway security check points since they were set up at the end of June last year. (12.03.)

353,800
Number of Huangbiao Che or cars not meeting Euro I emission standards that, as of Jan 1, are forbidden from being driven within the Fifth Ring Road

60,000
Number of alernate-energy vehicles to take to China's roads by 2012 according to Minister of Science and Technology Wan Gang

143,000
Number of Beijingers with a net worth of over 10 million RMB

RMB 32,328
The amount, per square meter, that property developer SOHO China Ltd. has been allowed to buy properties around the Qianmen area

350+ million
The number of smokers in China, whose numbers grow at an annual
rate of three million. For comparison purposes, the U.S.A. has a population of 303 million

Kurze Zwischenfrage: Wenn China zu Nikotinpflastern verpflichtet, darf es dann die CO2 Zertifikate weiterverkaufen?

45 Billion
In China alone, the estimated number of pairs of disposable chopsticks that are used and thrown away annually

20 percent
Percentage of RMB bills found to contain traces of cocaine in a recent study by the American Chemical Society

27:1
The home price to annual income ratio in Beijing – five times the international average

Freitag, 28. August 2009

SPD - oder doch PSD?

Nur mal ein kurzes Kuriosum am Rande...die uns vor ein paar Tagen aufgefallen ist:

Die chinesische Shanghai Pudong Development (SPD) Bank besteht anscheinend so sehr darauf, das Logo der PSD-Bank zu imitieren, dass sie dafür sogar bereit sind, eine falsche Reihenfolge ihrer Abkürzungs-buchstaben in kauf zu nehmen...Sachen gibt's...

Donnerstag, 27. August 2009

Beijing mit dem Fahrrad, 呵!

Von Hutongs


"Hier gehts nicht weiter, hier ist eine Sackgasse, !" Ruft eine freundliche Frau auf einem dreirädrigen "Transportgerät" uns zu. Eine Schule markiert das Ende der winzigen Gasse, auch Hutong, zwischen den "Courtyard houses". "Wo geht's denn zur Guloudajie, ?", frage ich, um den Weg zu finden. Es ist 8 Uhr morgens - und wir sind mit den Fahrrädern irgendwo in den kleinen Gassen zwischen 1. und 2. nördlichen Ring, der vielleicht schönsten Gegend von Peking, unterwegs. Nach ein paar freundlich gemeinten, wilden Armbewegungen wissen Paul und ich bescheid. "Wo soll's denn hingehen?", wird uns und unseren Fahrrädern nach gerufen,"...zur verbotenen Stadt?! Das ist doch viiiel zu weit, !!"

Als wir ca. 20 min. später mit unseren Drahteseln auf den Platz des himmmlischen Friedens rollen, ist uns bereits mehreres bewusst geworden:

1) Chinesen haben keinerlei Gefühl für Entfernungen
2) Man hätte es nicht für möglich gehalten, aber so langsam findet man den Pekinger Verkehr "ziemlich normal
3) "Gar nicht zu glauben, dass es Gegenden von Peking gibt wo es so ruhig ist!" Paul, während zwar in einem Hutong, aber immerhin an einer Baustelle vorbei fahren
4) Die einzelnen Wohngebiete von Peking tragen offenbar einen Wettbewerb aus, wessen öffentliche Toilette weiter zu riechen ist
5) Auch an Wochentagen ist auf dem Platz des Himmlischen Friedens schlicht mehr los, als in Münster an Karneval

Die Fahrradtour brachte uns, von unserem Hostel in Xicheng, zu Mao (welcher im MaOsoleum liegt), weiter zur Yanjingcheng bei der Panjiayuanqiao, zum CCTV tower, nach Sanlitun und schließlich zurück. Es war höchst faszinierend, denn

6) Es gibt auch ein Peking zwischen den U-Bahn-Stationen und Sehenswürdigkeiten. Diese Gegenden sind nicht minder schön!

Apropos Mao: der gute Mann liegt aufgebahrt in einem kommunistischen Prachtbau auf dem Platz des himmlischen Friedens. Nachdem wir in Hanoi in Vietnam Hoh Chi Minh in die Augen blicken durften und uns das ziemlich beeindruckt hat, wollten wir nun auch Chinas höchsten Genossen mal ins Antlitz lächeln. Dass er nicht zurücklächeln und Smalltalk halten würde, war uns durchaus bewusst. Dass er aber von seiner einstigen, immerhin schon zweifelhaften, Schönheit nun gänzlich Abschied genommen hat, überraschte uns dann doch. Ob dass seinem Leibarzt zu verdanken oder der Smog in Peking dafür verantwortlich ist, sei der Fantasie überlassen.

In Hanoi, beim Vater des Nordvietnamesischen Widerstandes, entstand ein einzigartiges Gefühl des Respekts beim Marsch durch das Mausoleum. Dies war sowohl der Aufmachung ('Uncle Hoh' war so aufgebahrt, dass man ihm ins Gesicht blickte) und der Reaktion seinder anwesenden Landsleute geschuldet, die still und erwürdig an ihm vorbeizogen. Bei Mao gab es zwar auch einen Herren vor uns, schon im Pensionsalter, dem die Tränen in die Augen schossen als er eine Blume an der Statue im Vorraum ablegte, aber die Mehrzahl der Anwesenden wäre mit der Bezeichnung "chinesischer Pöbel" noch gut bedient gewesen. Auch die Soldaten im eigentlichen "Ausstellraum" waren tendenziell eine Ecke zu laut - dennoch war auch der Besuch der zweiten kommunistischen Größe durchaus ein Gewinn.

Zurück zur Fahrradtour: Irgendwie hatte ich, obwohl ein Jahr hier gewesen, nie so richtig das Gefühl mich in der Stadt auszukennen. Das hat sich nun zumindest ein wenig geändert, denn jetzt kenne ich zumindest den Grund: Man ist es gewöhnt, die Strecken in einer Stadt mit dem Fahrrad zurückzulegen, kennt daher nicht nur die großen sondern grade auch die kleinen Straßen. Da unsere Uni in Peking ca. 20 km vom Stadtzentrum entfernt (obwohl immerhin noch innerhalb des 5.Stadtringes gelegen) liegt, haben wir das Fahrrad selten für weitere Ausflüge als zu Carrefour oder dem Wudaokou clothing market verwendet. Wenn (und das ist zeitlich gemeint, nicht kausal :) ) ich zurückkehre, werde ich definitiv wieder im Zentrum residieren und mir ein Fahrrad zulegen. Erst so lernt man Peking richtig kennen.

Freitag, 21. August 2009

On the rails again (and in the news...)

Am 27. 09.2008 trieb mich meine erste Reise in China ins ferne Xi'an - die Tonkrieger, das muslimische Viertel und der Hua Shan sollten auf dem Plan stehen. Mittlerweile bin ich fast ein Jahr hier - und die Zeit neigt sich zu Ende.

Erinnerung an den ersten Trip - das Fotoalbum zu Hua Shan von Daniel

Der letzte Trip in China, bevor es am 27.08. nach Busan in Korea zu Alice und am 09.09.2009 nach 1 Jahr und 2 Tagen zurück nach Deutschland geht, hat mich wieder nach Xi'an geführt. Und welch Wunder: wir konnten nicht wiederstehen und so sind Paul und ich wieder rauf, auf den Hua Shan.

Und so wird mich in weniger als 2 Stunden auch die letzte Zugfahrt des China-Aufenthaltes an den Anfang erinnern: Hard-Seater von Xi'an nach Beijing, nachdem wir die damals erste Fahrt nach Xi'an ebenfalls auf diese (unbequeme) Weise erleben mussten. Es ist komisch zu wissen, dass alles bald vorbei ist. Aber egal, es war geil hier und ich freu mich auf jeden Tag, den ich noch in diesem Land sein darf!!!! (Das waren übrigens die ersten mehrfachen ! in diesem Blog :) )

Apropos Zeit, die verfliegt: wer interessiert ist an ein paar Informationen aus meiner ersten Hand, der lese die neue Zeit Campus zum Thema China. Der Reporter war in Peking und hat mich ein paar mal getroffen. Was dabei rausgekommen ist, könnt ihr in der neuen Ausgabe 05/2009 lesen:

Link.

Dienstag, 14. Juli 2009

Verweis - Wovon haben wir uns ernaehrt?

Hier mal ein kleine Einblick in unserer ausserst gesunde Ernaehrung im letzten Jahr (dank Flo):

Link.

Die letzten Tage in Beijing

Die letzte Woche in Beijing hatte ich, dank ein bisschen Vorarbeit, mehr oder weniger frei. Den fruehen Morgen verbrachte ich bei Chinesisch, die folgenden Stunden mit diversen organisatorischen Kleinigkeiten und auch ein paar Bierchen am Abend. Unzaehlige Formulare waren auszufuellen, die Koffer zu packen, die Reise zu planen und es galt, allen Lebewohl zu sagen. Eine nette Abwechslung war der Besuch eines Journalisten, der u.a. ueber deutsche Studenten in China zu schreiben plant und sich daher ein paar Tage mit uns und unserem Alltag an der Tsinghua auseinandersetzte.

Von Temple of Heaven - Tian tan
Darf ich bitten?

Da Alice und ich beide noch nicht im Himmelstempel aka Tiantan aka Temple of Heaven waren, haben wir die Anlage im Sueden Pekings am Dienstag vor Alices Abreise besucht. Der einzige runde Tempel Chinas ist eingebettet in eine grosse nette Parkanlage, in der sich am kuehlen Morgen die Senioren Pekings tummeln. Hier wird getanzt, gespielt, musiziert und mit Wasser der Boden kalligraphiert.

Speisen beim Koreaner

Der Tempel an sich ist meines Erachtens nett, die Anlage aber eher wegen dem Park ein Besuch wert. Den Abend verbrachten wir mit ein paar Deutschen Freunden und chinesischem Anhang in einem der koreanischen Restaurants in der Naehe vom Wudaokou. Diesmal ausnahmsweise kein Barbecue, dafuer eine Reihe anderer unbekannter Koestlichkeiten.

Von Temple of Heaven - Tian tan

Samstag, 30. Mai 2009

Die Tage sind gezählt

Nach ziemlich exakt 3,5 Wochen gibt's auch auf China-Weekly mal wieder was zu hören. Der Grund für lange Abwesenheit liegt auf der Hand, nein besser, auf meinem Desktop: Studienarbeit. Für all diejenigen, die sich unermüdlich beschweren, ich würde hier nix als Urlaub machen: Es geht also auch anders. Genug gejammert. In meiner Studienarbeit geht es um Stabilitätsbetrachtungen in Radialverdichtern von Turboladern. Da das für die Leser sicher genauso reizvoll klingt wie für mich im Moment, wo es so langsam ans Schreiben geht, werde ich auch in den nächsten Wochen auf Live-Berichte aus dem Institutslabor auf dem Blog verzichten.

In nicht einmal 5 Wochen werde ich dieses gelobte Land nun wieder verlassen: Am 03.07. geht mein Flieger, abgestimmte 5 Stunden nach der Final Defense der Arbeit vor den Professoren. Wohin? Naja, wo wir wieder bei Urlaub wären. Bangkok heißt das Ziel. Der Hausrat ist verkauft, das Gruppenfoto ist gemacht. Das Gefühl, dass mich bei dem Abschied beschleicht, ist irgendwie seltsam. Eigentlich habe ich große Lust auf Deutschland, aber irgendwie hält mich doch so einiges hier.

Noch bevor ich hierher aufbrach, haben mir zwei gute Freunde aus Aachen ein Buch geschenkt, dass ich erst beim ersten Heimweh auspacken sollte. Ich habe es im Dezember ausgepackt. Damals, ähnlich wie jetzt, brach die Arbeit plötzlich über uns herein und alles hier war dann doch nicht mehr so spektakulär, wenn man mal vom Schreibtisch hochblickte. Das es diesmal anders ist, ist interessant. Wir haben hier zwar viel gemacht und viel erlebt, aber China hatte für mich die überwältigende Eigenschaft, dass wenn man eine Sache gemacht hat einem zwei Sachen auffielen, die man gerne noch machen/sehen möchte.

Ich habe mir aber schon eine Ausrede besorgt, hier bald wieder aufzutauchen. Den Himmelstempel habe ich immer noch nicht gesehen, das gleiche gilt für den Yong He Gong und den alten Sommerpalast. Man muss sich ja auch was für's nächste mal aufbewahren. Achja, und in Sanlitun war ich glaub ich auch noch nicht, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. ;)

Dienstag, 21. April 2009

Odin!



Bis vor ein paar Jahren bin ich ja als Betreuer bei der durchaus lustigen KSJ-Jugendgruppe ins Sommerlager mitgefahren. Wie in Deutschland nicht unüblich, war in den ersten drei Wochen der Sommerferien, in denen das große Sommerlager stattfand, häufig Regen. Was wir dann gemacht haben? Wir haben gemeinsam gebetet. Jedoch, ganz blasphemisch, zu ODIN!, unserem Wettergott. Er wurde flehend gebeten, uns endlich "schwatt" machende Sonne zu bescheren.

So manches im Leben wird einem erst Jahre später richtig bewusst. So ist mir vor ein paar Tagen eingefallen, warum unsere Stoßgebete damals nicht erhöhrt wurden. "Nicht erhört werden konnten" ist besser formuliert. Ich weiß jetzt wo Odin sich die ganze Zeit rumtreibt: Er lässt sich in Peking die Sonne auf den Bauch scheinen.

Heute morgen hat mir eine Freundin aus Deutschland geschrieben: "Hier war es so schönes Wetter in den letzten Tagen, wahnsinn!" Das hat mich nachdenklich gemacht. "In den letzten Tagen"... wie es wohl klingt wenn ich darauf ehrlich antworte? Sowas wie "Ach schön, ja hier war es die letzten sieben Monate auch nicht soooo schlecht." Oder
"Ach es regnet mal wieder in Aachen? Ja, neee Regen... puh, da muss ich lange überlegen wann ich sowas das letzte mal gesehen hab..."


Naja, ich freu mich ja irgendwie auch wieder auf Deutschland. Nach so einem Jahr ohne miese verregnete Tage, "in der Bude hocken", mit durchnäßten Klamotten in der Vorlesung sitzen, eingeweichten Büchern oder Dokumenten oder einfach einem "...ne heut Fußball ist schlecht, guck mal raus..." ist so ein Tag in der Heimat vielleicht mal eine nette Abwechslung :P

Sonntag, 19. April 2009

We did it!

Die letzten ca. 25 Blogeinträge hat alle Jörn geschrieben, meinen letzten gab es Anfang März. Ohne seinen Schreibeinsatz, wär dieser Blog wohl inhaltslos in Vergessenheit geraten, erkrankt und schließlich and den schrecklichen Folgen solch einer Krankheit gestorben, dahingerafft ohne Leser, verreckt. So muss ich jetzt tatsächlich noch suchen, was aus unserem schönen Frühjahrsurlaub noch nicht erzählt wurde - ein paar Ziele haben wir da noch angesteuert. Was habe ich gemacht die letzten Monate? War ich untätig? Wieso habe ich diesen Blog so sehr vernachlässigt, wie konnte ich nur? So leid es mir tat, es gab wichtigeres zu tun und gestern konnten wir die Früchte dieser Arbeit ernten - Wie did it!


Da kann ja nichts mehr schief gehen!


Dank unzähliger Einsätze, unermüdlichem Einsatz und verbissener Entschlossenheit haben wir sie gestern erhalten: Die "Frequent Drinker Card" aus dem La Bamba in Wudaokou, (Prost!). Mit dieser Karte eröffnen sich plötzlich völlig neue Dimensionen in Peking, Türen die vorher geschlossen waren werden uns jetzt offen gehalten, mit rotem Teppich davor. Man ist nicht mehr irgendwer, in Peking, einer unter vielen Millionen - nein, seht sie an, schaut, frequent drinker aus dem La Bamba! Wir können unser Glück noch garnicht fassen, zu den Auserwählten zu gehören, eine große Ehre wie sie nur einer Minderheit der chinesischen Gesellschaft erfahren darf. Ich hoffe die treue China-Weekly Leserschaft entschuldigt diesen Aussetzer, zu Gunsten eines besseren Lebens!

Naja, Faulheit hatte doch gesiegt die letzte Zeit. Zuviel Anderes um die Ohren, ganz einfach. Ich gelobe Besserung es Jörn gleich zu tun und mich öfter mal wieder einzuklinken. Achja, bevor hier ein falsche Eindruck entsteht wir wären "overfrequently" drinker, so sind wir an dieses Prachstück der chinesischen Kartenindustrie geraten (Mit der gibts das Bierchen im LaBamba übrigens immer für 10 Kuai, statt für 15, also eine lohnende Protemonaitentlastung):

Sven: "Drei Bier bitte"
Fuwuyuan: "Habt ihr auch eine frequent Drinker card?"
Sven: "Nein, aber wir hätten gerne eine"
Fuwuyuan: "Ok, moment"

Keine zwei Minuten später kam der Kellner wieder hoch und hielt drei Exemplare in der Hand.

Sven: "Ok, drei Bier bitte für 10 kuai"
Fuwuyuan: "Ok, dafür musst du aber
runter an die Theke gehen und dort dein Bier bestellen"


Na klar, das wäre ja auch zu schön gewesen. Also geht Sven runter, hält stolz seine Karte in die Höhe und erhält drei köstliche TsingTao für den fabehaften Preis von 30 kuai. Diese klassische Beispiel asiatische Logik war mal wieder Anlass für den Austausch einiger herrlicher Erfahrungen der Marke "Oh man", Dinge die wir alle in den vergangen Monaten mehr im Vorbeigehen mit einer gewissen Portion Selbstverständnis aufgenommen haben und die ausgelöst durch diesen Fall wieder belustigend in Bewusstsein vordrangen. Mittlerweile sind viele Dinge einfach zur Normalität geworden. Man sieht sie, und geht weiter, classic! So gingen wir gestern die Hauptstraße von der Uni nach Wudaokou und plötzlich öffnete sich kurz die Tür zur Hotellobby zu unserer rechten und die Chinesin rotzte erleichtert auf den Fußabtreter for der Tür - hauptsache nicht auf den Boden im Hotel, das wäre ja ekelhaft. Es hat einige Sekunden gebraucht um sich darauf zu besinnen, was man da gerade eigentlich wieder gesehen hat. Tür wieder zu, hao wan, ein großer Spaß!


In diesem Sinne:
Prost!

Samstag, 11. April 2009

Frühling in Peking

Obwohl einer unserer Professoren schon vor Monaten angekündigt hatte, dass es über das Qingming-Festival (da werden die Gräber gepflegt) in Peking schlagartig Sommer werden würde, konnte ich es lange nicht glauben. Zu kalt war es bis lange in den März hinein. Es gibt zwar Gerüchte, es hätte vor einigen Wochen nachts geregnet, aber so richtig geändert hat sich das Null-Regen Klima auch noch nicht. Und doch, der Herr sollte recht behalten! Seit einigen Tagen ist es herrlich warm, und aus meinem Fenster kann ich den Bäumen beim ergrünen zusehen.
"Peking ist seit der Olympiade grüner geworden" hat Alice gesagt. Die Regierung hat wohl viele neue Blumen und Pflanzen in das Stadtbild integriert. "Seitdem haben viele das erste mal Heuschnupfen", sagt Susanne (Chinesin) von der deutschen Ecke. Uns freuts, denn so kommt zur rosa Zijing Blume (welche unseren Wohnheimen den Namen gibt) noch einiges anderes buntes hinzu. Es reizt auf jeden Fall, bei dem Wetter einen netten Ausflug zu machen, wenn grad nicht so viel zu tun wäre...

Freitag, 3. April 2009

The great (fire)wall of China

Jetzt weiß ich endlich warum hier youtube nicht funktioniert und ich den VPN client brauche um auf meinen Blog zu kommen:

China’s “sophisticated and multi-layered” efforts to censor and control the Internet earned it a “not free” rating by a US rights group in a report released Wednesday.

Freedom House, which examined web freedom issues in 15 countries, listed Cuba, Iran and Tunisia as three other nations it considered “not free” due to government control of online activity.

Seven countries studied — Egypt, India, Georgia, Kenya, Malaysia, Russia and Turkey — were considered “partly free” while four others — Brazil, Britain, Estonia and South Africa — were labeled “free.”

Freedom House, which monitors political rights and civil liberties around the globe, said the rights of Internet users were increasingly at risk as governments expanded their ability to control online activity.


Quelle

Donnerstag, 26. März 2009

Ode an die Nudelsuppen dieses Landes

Auf allen Reisen, in allen Provinzen die wir besuchen durften, ob jeder sprachlichen oder sontigen Unwegbarkeit, eines war stets sicher: Du wirst in diesem Land nicht verhungern. Der kulinarische Heimathafen deiner Wahl war nie weit - meist sogar direkt um die Ecke. Doch merkt: Ich spreche nicht von den millionen Restaurants dieses Landes, meist gekennzeichnet durch rote Lampions am Eingang. Ich spreche von der einen Kohlenhydratquelle, die China eint, vielleicht ebenso wichtig wie die Kommunikation über diese lästigen Schriftzeichen. Die gute Tangmian 汤面, erhältlich in wohl zig Millionen Straßenküchen, die eher an Garagen erinnern.

Gebackene Ente, Frühlingsrollen, Schweinefleisch-Süß-Sauer, alles Mist - ein bisschen richtiges China gefällig?

Man nehme:
1 Packg. Chinesische Nudeln (pro Person: 50-60 g Trockengewicht)
2 St. Frühlingszwiebeln
150 g Schweinefleisch
2 Stück
100 g Mohrrüben
2 Stängel Kleinblättriges Grüngemüse (z.B. Blattspinat, chin. Blattgemüse
qingcai 青菜)
2 Stück Xiangcai 香菜 (sog. chin. Petersilie / Koriandergrün)
1 Stück Pilze (chin. Winterpilze donggu 冬菇 , Austernpilze, Champignons)
½ TL Ingwer
einige Spritzer Öl
1 TL Salz
evtl.
Gekörnte Brühe
helle Sojasoße
Sesamöl
Chiliöl

Schweinefleisch in dünne Streifen schneiden; Mohrrüben und Pilze in Streifen schneiden; Grünes Gemüse waschen und putzen; Ingwer schälen und hacken; Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden; Xiangcai waschen und Blättchen abzupfen; Wok erhitzen, Öl dazugeben; Ingwer kurz anbraten, Schweinefleisch dazufügen; Mohrrüben und Pilze dazugeben, unter Rühren anbraten, bis sie fast gar sind; Mit Wasser auffüllen, Grüngemüse dazufügen; mit Salz, Brühe, heller Sojasoße und Sesamöl abschmecken; parallel dazu: Chinesische Nudeln nach Vorschrift in Wasser gar kochen und abtropfen; lassen, auf Suppenschälchen verteilen; die fertige Suppe darübergeben. Mit Frühlingszwiebeln und Xiangcai garnieren; nach Geschmack mit Chiliöl nachwürzen.


Wenn man es jetzt noch hinbekommt, die Suppe, gleich z.B. den Herren hier, mit Kopf quasi in der Schüssel zu schlürfen, ist man endgültig in China angekommen.


(Das Rezept kommt von hier).

Dienstag, 17. März 2009

Ausbruch aus dem Arbeitsalltag

Hier zeigt Sebastian übrigens mal, womit wir Deutschen, angeregt durch die ziemlich langweiligen Stunden mit "Chinese Culture and Society", versuchen hier ein bisschen deutsche Kultur zu vermitteln. :)