Posts mit dem Label Jiangsu werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jiangsu werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 7. April 2009

Weiteres aus Shanghai

Im ersten Bericht zu Shanghai hatte ich ja bereits geschrieben, dass Shanghai wesentlich mehr zu bieten hat als lediglich eine moderne westliche Skyline. Da jedoch die 2 Tage beileibe nicht genug waren das alles zu erkunden, steht der Plan bereits die Stadt Ende Mai zum Spiel Deutschland gegen China noch einmal zu besuchen.
Von Shanghai - Tempel und Gärten

Zum einen gibt es in Shanghai eine Reihe von Gärten aus der Ming Dynastie (unser mittleres bis spätes Mittelalter), die mit viel Geschmack angelegt sind. Interessanterweise zieht es die Chinesen zwar nicht darein, sondern eher in die aufgemöbelte "Altstadt", vielleicht war es gerade deshalb ein schöner Ort zum "Zurückziehen" vom Trubel draußen.
Von Shanghai - 50 Moganshan Lu Art District

Am zweiten Tag war ich dann alleine auf Kulturtrip, während David und Nadine shoppen waren. Interessant war das Propaganda-Poster-Museum in einem Keller eines Wohnblocks. Der Empfang ist für uns Deutsche besonders freundlich: Nicht nur dass sich der Typ freut das mal ausnahmsweise jemand den Weg zu ihm gefunden hat (der steht im Lonely Planet falsch, im Rough Guide gar nicht und ist noch dazu ziemlich schwierig zu finden...ja er hat mir sein Leid geklagt :) ), nein, sein Sohn studiert auch noch an der TU Dresden und hat ihm ein paar Brocken Deutsch beigebracht. Weiterhin ist auch das Moganshan Lu - Künstlerviertel einen Besuch wert. Die Leute sind nett und man findet viele nette Leute, mit denen das Gespräch auch über das wohlbekannte "Wo kommst du her? Oh die deutschen Frauen sind sehr groß oder?" hinaus geht. Viele Künstler waren überraschend offen zu mir und haben viel erzählt - vielleicht ein Zeichen dafür dass es noch eine relativ überschaubare Kunstszene in China gibt.

Sonntag, 5. April 2009

Shanghai - Stadt der Gegensätze

"You want watch?" - "No? I have DVD, bags, anything! My shop is not far!" Jeder Shanghai-Touri wird aufhorchen. Man wird so oft von dubiosen Leuten auf der Straße angesprochen, die einen zu irgendwelchen illegalen Lagerverkäufen führen wollen, das man sich schon drüber lustig macht. Im Hostel haben andere Reisende erzählt, dass man auch durchaus ncoh andere Gefälligkeiten angeboten bekommt - aber wohl nur als allein reisender Mann.
Von Shanghai - Stadt der Gegensätze

Meine Tour nach Shanghai war durchaus von Vorbehalten begleitet - wird einem die Stadt doch so oft als "die am wenigsten chinesischste" beschrieben. Was soll ich dann dort? Warum bin ich dann nach China gefahren? Habe ich mich noch im Zug von Nanjing gefragt. Als ich dann allerdings von meinem Sitznachbarn, einem ortsansässigen Geschäftsmann, in eine lange Diskussion über "Ba la ke", "Ke luo se", "Ke lin si ma", "Ma te wu se" und andere deutsche Fussballer vertieft wurde, ahnte ich schon, dass selbst Shanghai so "unchinesisch" schon nicht sein wird.
Das die Stadt tatsächlich ganz anders ist als ich sie erwartet hätte, davon konnte ich mich gemeinsam mit David und Nadine 2 Tage lang überzeugen - und dabei die besten Baozi des gesamten Jahres essen.
Wohl am augenscheinlichsten am Zentrum Shanghais ist die Skyline von Pudong (="Östlich vom Fluss Pu"), ein Bild dass sich in die Netzhaut brennt. Sowohl bei Tag als auch bei Nacht eine absolut spektakuläre Aussicht, die anderen westlichen Großstädten in nichts nachzustehen hat. Hier wird auch jetzt noch überall gebaut - die Expo 2010 steht vor der Tür. Immer höher, spektakulärer bauen Hotels, Banken und Investoren ihre Wolkenkrather in den versmogten Himmel. Und unten tummeln sich westliche Manager neben neureichen Chinesen in Starbucks und co.
Von Shanghai - Stadt der Gegensätze
Doch bei genauerem Hinsehen offenbart die Stadt noch viele weitere Gesichter. Zwischen den Tourimassen sieht an immer wieder Bettler, die ihr Glück versuchen. Geht man 2,3 Straßen weg von den Fußgängerzonen, fühlt man sich wieder ganz zuhause in China. Kleine verwinkelte Gassen, in denen die Leute, ihrer Sicherheit stets bewusst, ihre Kleidung an Stromkabeln aufhängen - mit Mopeds sich durch Fußgänger schlängeln und riesige Massen Müll auf kleine Fahrrädern transportieren. Schaut man genau hin, sind große Teile Shanghais mindestens genauso rückständig, aber interessant, wie alle anderen Großstädte Chinas. So findet sich in der Altstadt ein sehr sympathisches Netz kleiner Gässchen, voll von Essenständen und neugierigen Augenpaaren, dazu kommen schöne Gärten und Tempel.
Von Shanghai - Stadt der Gegensätze
Ist man an diesen Gärten angelangt, kann man schön beobachten wie chinesischer Tourismus funktioniert. Hier heißt es "old sells", so haben clevere Tourismusplaner einen Teil der Altstadt für chinesische Touris in ein ultrakitschiges Stück "ancient China" verwandelt, das voll von Shops und Fressbuden, Gaunern und "Aubergine" sagenden, sich fotografierenden Chinesen ist. Hier kommt es dann auch wieder, das altbekannte: "You want watch?" Ich bin übrigens mal mitgegangen, 200 meter weiter weg in ein Wohnviertel. Im Hinterhof öffnet sich eine Tür, und schwupps steht man inmitten eines ganzen Lagers voller gefälschter Taschen, Uhren, etc. von Gucci und co. Ich habe mir eine Uhr gekauft, eine echte Glashütte :). War wohl ein Fehlkauf - der erste Knopf ist schon abgefallen.
Von Shanghai - Stadt der Gegensätze

Weitere Fotos gibts hier.

Freitag, 3. April 2009

Entspannung in Nanjing

Von Nanjing

Auf einer ziemlich entspannten Zugfahrt von Guiyang nach Kunming irgendwann im Februar sprach uns ein wirklich netter Mann mit seiner Frau an, wo wir denn eingestiegen seien. "Ach, Guiyang. Dann habt ihr ja eine kurze Fahrt vor euch!" Nun ja, dachten wir, 12 Stunden Zugfahrt sind ja nicht ohne. Als er uns dann jedoch aufklärte, wo er herkam, wussten wir seine Aussage einzuordnen. Er kam aus Nanjing - 48 Stunden Zugfahrt. Er berichtete uns von seiner Heimatstadt und empfahl einen baldigen Besuch. Als Bonny uns dann wenig später ähnliches berichtete, wuchs der Wunsch die Stadt irgendwann mal zu besuchen. Immerhin war sie ja 36 Zugstunden näher an Beijing. Als wir dann zum Huangshan aufbrachen, entschieden wir uns auf dem Weg nach Shanghai hier einen Zwischenstop einzulegen.
Von Nanjing

Noch etwas ausgepowert vom Huang Shan stand für uns hauptsächlich Entspannung auf dem Programm - ein bisschen Park, ein Mausoleum und ein Palast. Wir verliefen uns, es regnete, an sich gute Vorzeichen für miese Stimmung. Aber war immer war das wichtigste, was man selbst draus macht. So wurde aus dem Umweg einfach ein kleiner Abenteuerabstieg durch den Bambuswald gemacht und im Regen der Leichnam vom Gründer der Republik China, Shun Yat-sen, begutachtet, und schließlich im Palast Blumen mit Regentropfen fotografiert. Abends sind die andern mit Bonny zum Essen gegangen und anschließend mit dem Sleeper heim, während David, Nadine und ich nach Shanghai weiter gefahren sind.
Von Nanjing

Bevor ich mich für das Tsinghua-Programm beworben hatte, war kurz die Überlegung da mit der Studienstiftung nach Nanjing zu gehen. Die Stadt ist zwar nett, aber umgehauen hat sie mich nicht - ich bin froh nach Beijing gegangen zu sein!

Mehr Fotos.